BFC Preussen – SC Staaken 3:2

Nichts für schwache Nerven: BFC Preussen – SC Staaken 3:2

Dass das zweite Halbfinale am Ostermontag in Puncto Spannung noch einen drauf setzen würde, konnte man aufgrund der Ligagleichheit der Kontrahenten zwar vermuten, dass es jedoch derartig aufregend werden würde, hätte sicher niemand erwartet. Nichts für schwache Nerven boten die Berlin-Ligisten vor fast 1.000 Zuschauern im Preussenstadion, aber ein Pokalspiel mit Leidenschaft, Torchancen und Emotionen.

Die Gäste aus Staaken zeigten zu Beginn der Partie eine leichte Überlegenheit und gingen folgerichtig nach einer knappen Viertelstunde in Führung. Ein Pass von Marco Schultz von der Grundlinie erreichte Tim Binting, der aus etwa 20 Metern zur 1:0-Führung traf. Der BFC Preussen hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Chance erspielt und wirkte auch nach dem Treffer zunächst nicht gerade siegessicher. Nach einer knappen halben Stunde probierten sie es aber zunehmend häufiger, den Ausgleich zu erzielen und kamen vor allem durch Standards zu einigen gefährlichen Möglichkeiten. Meist war es Staakens Keeper Lukas Hessel, der entscheidend klären konnte.

Mit der Führung im Rücken kamen die Staakener aus der Kabine, doch offenbar hatten sich auch die Gastgeber für die zweite Hälfte mehr vorgenommen. Der mittlerweile verdiente Ausgleich fiel in der 50. Minute. Nach einem Abschluss von Ante Zore aus rund 30 Metern kam René Robben vor Staakens Keeper an den Ball und vollendete zum 1:1. Doch nur knappe fünf Minuten stellte der SCS den alten Abstand wieder her. Nach einer Ecke kam Lukas Kohlmann frei an den Ball und hämmerte ihn aus 30 Metern in den Kasten. Ein Traumtor, das mit ausgelassenem Jubel der Staakener und deren Fans gefeiert wurde. Die Hausherren ließen sich vom erneuten Rückstand nicht verunsichern und drängten auf den Ausgleich. Staakens Abwehr verteidigte souverän, stellte das Offensivspiel dabei aber fast völlig ein. Unter den Anhängern der Gäste breitete sich das Zittern spürbar aus, der Abpfiff wurde herbeigesehnt. Vier Minuten Nachspielzeit zeigte Schiedsrichter Denis Waegert an und der BFC warf alles nach vorn. Ausgerechnet Staakens Louis Guske belohnte den Kampfgeist der Preussen mit einem denkbar unglücklichen Eigentor in der 95. Minute. Das 2:2 markierte gleichzeitig das Ende der regulären Spielzeit.

Niemand hatte wohl mehr mit einer Verlängerung gerechnet. Auch nicht Preussen-Trainer Levent Selim, der seine drei Wechsel bereits vollzogen hatte. So musste Keeper Mateusz Mika trotz sichtbarer Schmerzen weitere 30 Minuten durchhalten. Als hätten die Staakener Mitleid mit dem humpelnden Torhüter, unterließen sie es, ihm gefährlich nahe zu kommen. Möglicherweise hofften die Gäste, sich ins Elfmeterschießen zu retten. Doch Preussens Niklas Horn machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Nach einer eher unglücklichen Faustabwehr von Keeper Hesse hielt er einfach drauf und drosch den Ball durch ein unübersichtliches Gewusel ins Staakener Tor. Hesse verbrachte die verbleibenden sieben Minuten Spielzeit dann überwiegend im gegnerischen Strafraum und versuchte nach Kräften sein Team zum Ausgleich zu führen. Doch diesmal kam es zu keiner Sensation mehr.

Bitter für den SC Staaken, der ein gewonnen geglaubtes Spiel in der fünften Minute der Nachspielzeit verlor und Riesenjubel bei den Preussen, die nun erstmals seit 1988 wieder im Pokalfinale stehen.

Das Finale des Berliner Pilsner-Pokals findet am Samstag, den 28. Mai im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion statt. Die Anstoßzeit wird Anfang Mai bekanntgegeben.

Quelle: Bernhard Wöfl / us / BFV